Museum Schnütgen

Der Domkapitular Alexander Schnütgen (1843-1918) legte den Grundstock der Sammlung mittelalterlicher Kunst, die er im Jahre 1906 der Stadt Köln schenkte. Über seinen Sammeleifer und die manchmal listigen Erwerbungstaktiken erzählt man sich noch heute Anekdoten. Das Museum ist stilecht im einzigartigen Ambiente eines mittelalterlichen Kirchenbaus untergebracht.

Happy End für „Trauernde Frauen“

Foto: Rheinisches Bildarchiv, Köln/W.Meier

Das Museum Schnütgen feiert eine bedeutende Neuerwerbung. Die Gruppe von vier trauernden Frauen komplettiert eine farbig gefasste Darstellung der Kreuzigung Christi mit zahlreichen Begleitfiguren, wie Soldaten und dem guten und bösen Schächer. Die Kreuzigungsszene gehört schon seit 1965 zur Sammlung des Museum Schnütgen. Die wichtigsten Zeugen des Ereignisses – Maria, die Mutter Jesu, und drei weitere trauernde Frauen – aber fehlten. Jetzt können sie wieder in das Ensemble zurückkehren. Die Skulp-turengruppe gehörte ursprünglich zu einem Altarschrein und zählt zu den qualitätsvollsten niederländischen Bildschnitzereien des späten Mittelalters.

Im Zusammenhang mit der Neuerwerbung ließ das Museum Schnütgen das Holz der Skulpturen von einem Experten dendrochronologisch untersuchen. Das Ergebnis bestä-tigt die Datierung um 1430-40 und die Herkunft des Holzes aus dem Ostseeraum. Eine technologische Überprüfung der Farbfassungen sollte Aufschluss über die Zusammenge-hörigkeit der Gruppe bringen. Dabei ergaben sich Übereinstimmungen bis in Details der Gestaltung der Augen.

Nach der französischen Revolution gelangte das Werk in eine Schlosskapelle in der Nähe von Angers. Von dort wurden über den Pariser Kunsthandel die trauernden Frauen und die große Kreuzigungsszene getrennt voneinander an zwei Privatsammlungen verkauft. Tatsächlich sind beide Teile auch für sich schon sehr eindrucksvoll und bringen große Emotionen zum Ausdruck. Aber erst zusammen erschließt sich der ganze Sinn. Die An-teilnahme an der bewegenden Trauer Marias und ihrer Begleiterinnen spielt eine ebenso wichtige Rolle wie das dramatische Geschehen der Kreuzigung. Die Figuren agieren wie auf der Bühne eines Schauspiels.

Die Präsentation der wiedervereinigten Skulpturengruppe im Zusammenhang mit nieder-ländischen Skulpturen des 15. und 16. Jahrhunderts ist zugleich Teil der Reihe „Museum Schnütgen im Fokus“, die besondere Höhepunkte der Museumssammlung neu darbietet.

Die Kulturstiftung der Länder, die Peter und Irene Ludwig Stiftung, die Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland und der Freundeskreis Museum Schnütgen Pro Arte Medii Aevi haben Ankauf und Präsentation der Skulpturen großzügig unterstützt.

Anschrift:

Museum Schnütgen
Cäcilienstraße 29
50667 Köln
Tel. 02 21/221-236 20
Fax 02 21/221-284 89
eMail: schnuetgen@netcologne.de
Internet: www.museenkoeln.de/sm/

Service:

Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag + Sonntag von 11 bis 17 Uhr

Eintrittspreise:
Tagesticket: 3,20 €, ermäßigt 1,90 €
Kombiticket (mit Kunststation St. Peter): 4,20 €, ermäßigt 2,90 €

Verkehrsanbindung:
Station "Neumarkt" für U-Bahn, Straßenbahn und Bus

Parkmöglichkeiten:
Parkhaus Cäcilienstraße (gegenüber dem Museum)