Museum Ludwig

Die Sammlung des Museum Ludwig beinhaltet vor allem Gemälde der wichtigsten Stationen und Positionen der Moderne: Expressionisten und weitere Vertreter der Klassischen Moderne wie August Macke, Otto Dix, Erich Heckel, Marc Chagall, Paul Klee und Henri Matisse. Picasso ist eine eigene Ausstellung gewidmet. Besonders bekannt ist die Sammlung amerikanischer Kunst mit Meisterwerken der Pop Art von Jasper Johns, Andy Warhol und Roy Lichtenstein.

Ausstellungen 2015

14.3.2015 – 5.7.2015
Alibis: Sigmar Polke. Retrospektive


Sigmar Polke – 1941 in Oels (Schlesien) geboren und 2010 in Köln gestorben – gehört zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. Die Ausstellung präsentiert Werke von 1963 bis 2010. Das umfangreiche Schaffen Polkes wurde zuletzt vor annähernd zwanzig Jahren in einer Retrospektive vorgestellt – 1997 in der Bundeskunsthalle Bonn und dem Hamburger Bahnhof in Berlin. Sigmar Polke hatte sich selbst immer allen kunsthistorischen Einordnungen zu entziehen versucht. In seiner ersten posthumen Retrospektive, die nach New York und London vom 14. März 2015 an im Museum Ludwig in Köln gezeigt wird, werden daher zum ersten Mal alle künstlerischen Medien berücksichtigt, mit denen Polke Zeit seines Lebens intensiv arbeitete. In rund 250 Werken werden nicht nur seine Malerei und Grafik, mit denen Polke bekannt wurde, ausgestellt, sondern auch Zeichnungen, Skizzenbücher, Objekte, Skulpturen, Fotografien, Filme, Diainstallation und Fotokopierarbeiten. Viele Werke wurden noch nie in Deutschland gezeigt. Auf diese Weise wird deutlich, wie Polke die Medien miteinander verknüpfte und sich gegenseitig durchdringen ließ: In seinen Gemälden setzte er fotografische Substanzen ein; Raster aus Druckverfahren verwandelte er in Gemälde, Fotografien wurden durch den manipulierten Entwicklungsprozesse zu Unikaten; seine filmischen Erkundungen inspirierten sein Gesamtwerk. Der Titel der Ausstellung spielt auf diesen neuen Künstlertypus an, der sich allen Erwartungen widersetzt und entzieht.
Die ausgestellten Werke werden am Ort ihres Entstehens – denn Köln war mehr als 30 Jahre Sigmar Polkes Lebensmittelpunkt – eine besondere Brisanz entfalten.
Dies gilt insbesondere für Sigmar Polkes Filme, die im Rahmen der Retrospektive in Köln umfassend vorgestellt werden. Ab Mitte der 1960er Jahre bis zu seinem Tod war die Filmkamera integraler Bestandteil seiner künstlerischen Praxis. Nur in vereinzelten und ausgewählten Präsentationen machte er seine Filme öffentlich. Im Rahmen einer Tagung, die das Museum Ludwig gemeinsam mit der Universität Köln vom 12. bis 14. Juni 2015 ausrichtet, werden Polkes Filme im Kontext der lebendigen Filmszene des Rheinlandes in den 1960er und 70er Jahren untersucht.

Die Ausstellung wird vom Museum of Modern Art, New York zusammen mit der Tate Modern, London organisiert. Sie wurde initiiert und kuratiert durch Kathy Halbreich, stellvertretende Direktorin des Museum of Modern Art mit Mark Godfrey, Kurator für internationale Kunst der Tate Modern und Lanka Tattersall, kuratorische Assistentin der Abteilung für Gemälde und Skulpturen des Museum of Modern Art. Die Präsentation am Museum Ludwig wird von Barbara Engelbach, Kuratorin, Sammlung Zeitgenössische Kunst, Fotografie und Medienkunst, Museum Ludwig, organisiert.

15.4.2015 – 30.8.2015
Preisträger des Wolfgang-Hahn-Preises: Michael Krebber und R.H. Quaytman.


Erstmals in der über 20-jährigen Geschichte des Wolfgang-Hahn-Preises und ohne eine Regel daraus machen zu wollen, ehrt die Auszeichnung 2015 zwei Künstler: Michael Krebber und
R.H. Quaytman.

„Mit Michael Krebber und R.H. Quaytman werden zwei herausragende Künstlerpersönlichkeiten gewürdigt. In ihrer gemeinsamen Ausstellung wird ein Thema – die Unmöglichkeit der Malerei – in den Mittelpunkt gestellt, das bei aller zeitlosen Relevanz gerade in den letzten Jahren vermehrt an Aufmerksamkeit gewonnen hat. Beide beschäftigen sich seit vielen Jahren mit den Prämissen, Herausforderungen und Möglichkeiten aktueller Malerei und haben dieser zu Diskussion unverwechselbare Beiträge beigesteuert“, so Yilmaz Dziewior, der als designierter Direktor des Museum Ludwig in der Jury mitgewirkt hat.
Gastjuror Daniel Birnbaum, Direktor des Moderna Museet in Stockholm: „Die Diskussion in der Jury war sehr intensiv; es ging um die aktuellen Fragen zur Malerei heute. Quaytman und Krebber haben unabhängig voneinander ein sehr eigenständiges Oeuvre über viele Jahre geschaffen, das zugleich jedoch sehr bestimmend für die Zukunft der Malerei ist und jüngeren Generationen als Referenzrahmen dient.“
Die Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig verleiht den Wolfgang-Hahn-Preises jährlich an eine(n) zeitgenössische(n) Künstler(in) mit dem Ziel, ein konsequentes Oeuvre zu würdigen und die Sammlung des Museums in die Zukunft fortzuschreiben, indem ein oder mehrere Werke der Preisträger für die Sammlung des Museum Ludwig erworben werden.
Die Preisverleihung an Michael Krebber und R.H. Quaytman findet statt am Dienstag, 14. April 2015, am Vorabend der Art Cologne 2015. Zugleich eröffnet dann die gemeinsame Präsentation der Preisträger im Museum Ludwig. Zudem befindet sich eine Diskussionsveranstaltung, u.a. mit den Preisträgern, Daniel Birnbaum und Yilmaz Dziewior in Planung. Es erscheint eine Publikation, herausgegeben von der Gesellschaft für Moderne Kunst, die auch den Preis vergibt.

30.5.2015 – 1.11.2015
Bernard Schultze. Zum hundertsten Geburtstag


Bernard Schultze (1915–2005) war ein führender Protagonist der gestisch-abstrakten Malerei und bis ins hohe Alter enorm produktiv. Er schuf farbintensive, detailreiche Gemälde, Zeichnungen und Reliefs, die schließlich auswucherten zu dreidimensionalen Farbskulpturen aus Draht, Textilien und Plastikmasse. Als er 1952 gemeinsam mit K.O. Götz und anderen die Künstlergruppe Quadriga gründete, war dies die Geburtsstunde des Informel in Deutschland. In der Folge entwickelte Schultze über Jahrzehnte eine ureigene und doch vielfach kunstgeschichtlich vernetzte Bildsprache, die ihn als singuläre Figur in Malerei, Skulptur und Zeichnung etablierte. So gehören die Migofs, als wesenhafte Gestaltschöpfungen im Wechselspiel von Wachstum und Zerfall, ebenso zu den Charakteristika seines Schaffens wie sein fulminantes Spätwerk in oft monumentalem Format.
Das Museum Ludwig beherbergt einen Großteil des künstlerischen Nachlasses und widmet Bernard Schultze eine Hommage zum hundertsten Geburtstag. Dazu erscheint das umfassende Werkverzeichnis der Gemälde und Objekte des Künstlers.

1.8.2015 – 25.10.2015
Danh Võ


In einer speziell für das Museum Ludwig konzipierten Ausstellung vereint Danh Võ sowohl neue Arbeiten wie auch einige seiner mittlerweile zu Klassikern avancierten Werke. Zu sehen sind beispielsweise Exponate seines Langzeitprojektes We The People, der getreue Nachbau der Freiheitsstatue von New York im Maßstab 1:1. Die meisten Einzelteile dieses über 250 Fragmente umfassenden Projektes sind verstreut auf der ganzen Welt in öffentlichen und privaten Sammlungen beheimatet.
In seinen Objekten, Installationen, Fotografien und Arbeiten auf Papier verbindet Danh Võ persönliche Erfahrungen seiner Kindheit in Vietnam mit der Geschichte seiner Familie, ihrer Flucht nach Europa und Fragen des Kolonialismus, der Migration und der kulturellen Identität. Weitere wichtige Themen seiner Werke sind die Beschäftigung mit gleichgeschlechtlichen Beziehungen und generell das Hinterfragen normierter Verhaltensweisen sowohl in der Gesellschaft im Allgemeinen als auch im Kunstkontext im Besonderen.

Der 1975 in Vietnam geborene und in Kopenhagen aufgewachsene Künstler Danh Võ hat an zahlreichen internationalen Ausstellungen teilgenommen, beispielsweise in der Fundació Joan Miró in Barcelona und im Museum of Modern Art in New York, sowie an den Biennalen in Berlin, Gwangju und Singapur. Mit der Einzelausstellung von Danh Võ öffnet das Museum Ludwig programmatisch seinen Blick nach Asien und beginnt eine vertiefende Auseinandersetzung mit Künstlerinnen und Künstlern aus Regionen jenseits des hegemonialen europäischen und nordamerikanischen Diskurs.

14.11.2015 – 22.2.2016
Joan Mitchell


Mit der Retrospektive von Joan Mitchell (1925 – 1992) knüpft das Museum Ludwig an die Tradition des Hauses großer Retrospektiven US-amerikanischer Künstler an. Die umfassende Ausstellung, die gemeinsam mit dem Kunsthaus Bregenz und der Joan Mitchell Foundation New York organisiert wird, zeigt die ganze Bandbreite ihres malerischen Werks, beginnend mit den 1950er Jahren bis zu ihrem Spätwerk. Joan Mitchell ist eine zu Unrecht bisher zu wenig wahrgenommene weibliche Künstlerin der Folgegeneration des abstrakten Expressionismus, die zeitgleich mit ihren männlichen Malerkollegen Jackson Pollock, Franz Kline und Willem de Kooning arbeitete.
Zusätzlich zu den Gemälden präsentiert die Ausstellung umfangreiches Archivmaterial der Joan Mitchell Foundation. Mit Hilfe von Filmen, Fotografien, Briefen, Einladungskarten und anderen Ephemera wird die komplexe Persönlichkeit Joan Mitchells und ihre Beziehungen zu bildenden Künstlern, Schriftstellern und anderen Figuren des kulturellen Lebens beleuchtet.

Anschrift:

Museum Ludwig
Bischofsgartenstraße 1
50667 Köln
Tel. 02 21/221-261 65
Fax 02 21/221-241 14
eMail: info@museum-ludwig.de
Internet: www.museum-ludwig.de

Service:

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, jeden 1. Freitag im Monat von 10 bis 22 Uhr

Eintrittspreise:
Tagesticket: 7,50 €, ermäßigt 5,50 €
Gruppen (ab 20 Personen): 6,50 €
Familienticket: 18,00 €
auswärtige Schüler: 3,00 €

Verkehrsanbindung:
Station "Hauptbahnhof" für U-Bahn, Bundesbahn und Flughafen-Zubringerbus

Parkmöglichkeiten:
Parkhaus am Dom, Tiefgarage Rheingarten und Parkhaus Groß St. Martin

Museumsbuchhandlung:
Tel. 02 21/205 96 35

Cafeteria/Restaurant:
Holtmann´s im Museum Ludwig
Tel. 02 21/25 09 99 77
eMail: welcome@holtmanns.com
Internet: www.holtmanns.com