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Das Limelight in Köln-Junkersdorf ist am vergangenen Freitag, dem 16. Juli 2010, vom Bauaufsichtsamt der Stadt Köln geschlossen worden. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, begründet der Amtsleiter des Bauaufsichtsamtes, Detlef Fritz, das Vorgehen mit einer fehlenden Baugenehmigung. Und eine neue Baugenehmigung kann wohl nicht erteilt werden, weil die "Lärmbestimmungen bei starkem an- und abfließenden Verkehr" nicht eingehalten werden können. Und ohne Baugenehmigung darf der Veranstaltungsaal auf dem ehemaligen belgischen Militärgelände an der Dürener Straße nicht weiter betrieben werden.

Hans-Peter Linder, Betreiber des Limelight, reagierte laut Stadt-Anzeiger darauf entsetzt: "Das kann nicht sein, wir haben doch eine Konzession erteilt bekommen, die sich auf die Baugenehmigung bezieht.", zitieren ihn die Kollegen. Erst im September 2009 hatte das Limelight nach einer Insolvenz im Jahr 2005 wieder geöffnet. Zuvor war das Limelight im Jahr 2001 das erste Mal eröffnet worden, damals gab es wohl auch eine Baugenehmigung. Und so wie es aussieht, liegt der Grund für das heutige Durcheinander eben genau in dieser Insolvenz: Bauaufsichtsamtsleiter Fritz liegt offenbar eine Erklärung vor, dass der Insolvenzverwalter Ralf Sinz auf die Baugenehmigung für das Limelight verzichtet. Das streitet Sinz auch gar nicht ab. Es ging damals um eine noch ausstehende Zahlung für Parkplätze, die mit dem Verzicht auf die Baugenehmigung erlassen werden sollte. "Aber die Stadtsparkasse Köln/Bonn hat den Betrag dann übernommen," sagte Sinz den Kollegen des Kölner Stadt-Anzeigers, "und ich habe mir schriftlich von der Stadt Köln bestätigen lassen, dass die Baugenehmigung fortbestehen wird."

Ein entsprechendes Schreiben existiert wohl und liegt auch dem Kölner Stadt-Anzeiger vor. Insolvenzverwalter Sinz will nun Strafanzeige gegen die Stadt Köln und den Sachbearbeiter im Bauaufsichtsamt stellen: "Ich lasse mir doch nicht nachsagen, dass ich ein Haus ohne Baugenehmigung verkauft habe." Heutiger Eigentümer des Limelight ist die "Summit Partners GmbH", die ebenfalls in Junkersdorf ansässig ist.

Im Limelight fanden seit der Wiedereröffnung regelmäßig Konzerte, Partys, Ausstellungen und Modenschauen statt. Für dieses Jahr sind noch etwa 70 Veranstaltungen geplant, darunter auch sieben Weihnachtsshows der Agentur "GO GmbH" von Horst Müller und Guido Cantz. "Das wäre ein Horror, wenn ich die alle absagen müsste!", sagte Betreiber Linder dem Kölner Stadt-Anzeiger. "Hier arbeiten mit Aushilfskräften 30 Menschen. Und in den nächsten zwei Wochen sollen im Limelight vier Hochzeitsfeiern stattfinden. Was soll ich nur den Leuten sagen?"

Nachtrag vom 21. Juli 2010:

Wie inzwischen bekannt gegeben wurde, verfügte die Stadt Köln zwischenzeitlich eine dauerhafte Schließung des Limelight Köln. Für jeden Fall der Zuwiderhandlung - also jede Veranstaltung, die trotz der Schließung stattfindet - sollen Betreiber Hans-Peter Linder und der Inhaber des Limelight, die Summit Partners GmbH, 50.000 € Strafe zahlen. Hans-Peter Lindner wurde mit gleichem Schreiben jegliche Nutzung des denkmalgeschützten Objektes auf Dauer untersagt. Laut Dr. Udo Schulz, Geschäftsführer der Summit Partners GmbH, liege noch nicht einmal ein rechtsfähiger Bescheid der Stadt Köln vor, sondern nur die Strafandrohung.

Durch die Schließung des Limelight Köln entstehen laut Linder nunmehr Schadenersatzforderungen im siebenstelligen Bereich. Unter anderem plante der WDR zwei TV-Aufzeichnungen im Limelight, des weiteren sollten Konzerte, Hochzeiten und Ausstellungen im Limelight stattfinden.

Als Auslöser der Schließung vermutet man den Versuch eines Anwohners von Anfang diesen Jahres, der das Limelight wegen Ruhestörung gerichtlich schließen lassen wollte. Doch sowohl das Verwaltungsgericht Köln als auch das Oberverwaltungsgericht Münster haben die Klage dieses Nachbarn abgewiesen. Selbst das Ordnungsamt der Stadt Köln und die Kölner Polizei mussten sich mit dem Fall beschäftigen - jedoch ohne irgendwelche Verstöße entdecken zu können.

Wie bereits angekündigt, hat der Insolvenzverwalter und Verkäufer des Limelight, Prof. Dr. Ralf Sinz, Strafanzeige gegen die Stadt Köln und den Sachbearbeiter gestellt. Das Bauaufsichtsamt der Stadt Köln verweigert gegenüber der Presse jedwede Stellungnahme.

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