Nach der Auftaktveranstaltung mit Amy MacDonald (wir berichteten) fand heute im Kölner E-Werk die zweite o2-Crew-Veranstaltung vor 1.000 Eintrittskartengewinnern statt: Der bekannte "Quatsch Comedy Club" war zu Gast und das Line-Up der Comedians versprach beste Unterhaltung - doch leider wurden die Gäste bei einem Top-Act derbe enttäuscht ...
Die Moderation des Abends übernahm Ole Lehmann. Als bekennender Homosexueller brachte er alle Klischees der Szene auf die Bühne. Begeistern konnte er aber mit den vortrefflichen Interpretationen der Dialekte seiner wechselnden Geschlechtspartner ... besonders der "Kölner" sprang dabei dem Betrachter und Comedy-Fan ins Auge. Aber auch als Sänger konnte Ole Lehmann durchaus überzeugen - auch wenn er nicht unbedingt an der nächsten DSDS-Staffel teilnehmen will.
Mit Tobias Mann brachte der Quatsch Comedy Club einen Musik-Comedian auf die Bretter der E-Werk-Bühne, der mit seinem "Muhsical" über die Kuh Erna die Menge begeistern konnte. Bekannte Songs und aktuelle Hits mit neuen, völlig bekloppten Texten - das "Muhsical" könnte ein Erfolg werden, vielleicht sogar im Kölner Musical Dome.
Die Enttäuschung des Abends war Martin "Maddin" Schneider - wenn überhaupt war nur ein vereinzelter Lacher zu hören. Verwunderlich, denn das was "Maddin" auf die Bühne brachte, war überhaupt nicht lustig. Die Story vom Wasserschaden in der Küche, der immer weiter ansteigt, bis "Maddin" dann im Badezimmer die überlaufende Badewanne findet - und sich wundert, wie das Wasser aus der Küche in die Badewanne gelangen konnte ... nein, das war flach, fade und überhaupt nicht "Maddin" - eher was für den "Aaschebescher", besser noch für den Mülleimer!
Nach einer kurzen Pause, die den VIPs mit leckeren feinen Häppchen und gekühlten Freidrinks (Danke, o2!), versüßt wurde, begeisterte der schwarz-afrikanische Klo-Mann Motombo Umbokko mit den Geschichten über seine Einreise nach Deutschland, die ihn zuerst nach Bayern verschlug ("Freunde haben mir gesagt, da regieren die Schwarzen - nix Schwarze, nur Weiße!") bevor er dann in Köln heimisch wurde ("Wenn ich heute ein Familientreffen habe, dann muss ich jedes Mal die Polizei informieren - das ist keine Demo, Familientreffen!"). Und um eben nicht als Hartz-IV-Emfpänger zu enden, arbeitet Motombo eben als "Klo-Mann" bei McDonalds. Hinter der Type des Motombo Umbokko steckt übrigens Dave Davies aus Bonn, der auch bereits im Kölner Karneval seinen Einstand geben durfte ...
Highlight des Abends neben Ole Lehmann, Tobias Mann und Dave Davies war unbestritten der Mann mit dem schwarzesten Humor Deutschlands ... Ingo Appelt! Nachdem er erst einmal erklärt hat, warum er "Ficken" nicht mehr sagen will ("Die Leute rufen mir auf der Straße hinterher ´Hey Ingo, Ficken!´. Da haben mich meine Kinder gefragt, was ich eigentlich beruflich mache ..."), konnte er bereits mit Guido Westerwelle seinen Nachfolger im Verwenden des bösen Wortes ausmachen ("Der war letzten Monat bei Obama in den USA. Mit seinem schlechten Englisch hörte sich das so an: ´Yes, Fi ken!´"). Und Ingo Appelt hatte auch direkt eine Idee, wie die Deutschen Geld in der Welt einsammeln könnten, damit es uns nach Finanz- und Griechenlandkrise wieder besser geht: "Wir schicken einfach Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer und Marius Müller-Westernhagen gemeinsam auf Welttournee. Die drei wehleidigsten Sänger, die wir in Deutschland haben. Wenn die Welt die sieht, bekommen wir freiwillig Spendengelder." Und um zu zeigen, wie das Aussehen könnte, brachte er eine Gesangsnummer mit einem überraschenden Ende ... Ingo Appelt in Unterhosen!
Insgesamt ein kurzweiliger Abend, der jedoch durch fehlerhafte Kommunikation (überall wurde der Einlass mit 18.30 Uhr angegeben, letztendlich durften die ersten Gäste aber erst um kurz nach 19.00 Uhr rein, Beginn war dann um 20.15 Uhr) sich zu Beginn - und später beim Auftritt von "Maddin" Schneider - etwas hinzog. Lediglich den VIP-Gästen in der o2-Lounge machte das Warten weniger aus.

